Daily Archives: 22. November 2014

Transzendentale Kamelle

Ich nenne daher die Erklärung der Art, wie sich Begriffe apriori auf Gegenstände beziehen können, die transzendentale Deduktion derselben und unterscheide sie von der empirischen Deduktion, welche die Art anzeigt, wie ein Begriff durch Erfahrung und Reflexion über dieselbe erworben worden und daher nicht die Rechtmäßigkeit, sondern das Faktum betrifft, wodurch der Besitz entsprungen.

 

Immanuel Kant (1724 – 1804), Kritik der reinen Vernunft: S. 104 (1781)


Ein neuer, freier Tag ein neues Zitat von unserem ebenso unbekannten wie subversiven Terrorist. Immerhin schadet es uns nicht direkt und ob die öffentliche Ordnung von Quanzland so erhaltenswert ist bleibt abzuwarten. Insofern erfreuen wir uns während des Weges weiter an den Leckereien aus dem Intellektuellen Naschglas; heute mit einer etwas zäheren, dadurch nicht minder bedeutenden, trotzdem irgendwie ollen Kamelle.

Ich begebe mich weiter des Weges und melde mich gelegentlich mal mit den Eröffnungen der Diskurse der Nacht und der Kulinarik.

Beste Reisewünsche, Satorius

Astronomischer Gigantismus mit schönem Antlitz

Auf den langen Reisen kommen in gewohnter Regelmäßigkeit die Stunden der Rast und damit die der Kontemplation. Dass der Sternenhimmel da lockend zum träumen einlädt, ist einfach mal evident. Wenn nicht sogar alle intelligenten Wesen irgendwann und irgendwo träumend ihre Köpfe gehoben haben und weiterhin werden. Wenn ich dann zu sehr ins romantische abrutsche, verpasse ich mir eine kühle Dusche mathematisch-astronomische Wissenschaft.


Die Analyse der HUDF-Daten haben eine neue Schätzung – hochspekulativ zweifelsohne – zur Häufigkeit von erdähnlichen Planeten mit 22% ergeben. Nimmt man hinzu, dass unsere Milchstraße ca. 300 * 10^9 also in Worten 300 Milliarden Sternen eine größere Galaxie ist. Multipliziert man weiter mit der Anzahl der beobachtbaren Galaxien von 50 * 10^9 also immerhin noch 50 Milliarden, darf man mit einer weiteren Schätzung, die nun einer Lotterie Konkurrenz machen kann, folgern:

0,22 (22% Erden) * 300 * 10^9 (Sterne) * 50 * 10^9 (Galaxien) = 3,3 * 10 ^21 (Trilliarden erdähnliche Planeten in beobachtbaren Galaxien)

Wer sich über Quellenunsicherheit der Zahlen wundert: Bei dieser errechneten Größenordnung spielen Quellen, Methoden und menschliche Wissenschaft insgesamt kaum noch ein Gewicht. Das Ergebnis der Gleichung sprengt immer noch den Horizont jeder Vorstellungskraft!

Hubbel-Deepfield

Die integrierte Quellenangabe übernimmt bereits das Nötigste, deswegen genießen wir schlicht diesen Ausblick auf einen Ausschnitt möglicher Welten; stets den schier unbegreiflichen Zahlenmoloch im Großhirn, der da lautet: 3,3 Trilliarden erdähnliche Planeten in beobachtbaren Galaxien!

Gute Nacht und kosmische Träume, Euer Satorius

Plakativ-pathetische Programmatik

Nach einer anstrengenden Woche in der einen Welt, bleibt für die andere zunächst wenig Energie. Ein wenig wurde aber schon wieder geweckt, als ich kürzlich eines der bisher propagandistisch fiesesten Text-Fast-Foods gesichtete habe. Ich wähle mittlerweile aus der Fülle bewusst die Interessanteren aus. Solche, die mehr über den ideologischen Hintergrund der Anschlagsserie zu geben vermögen. Dieses Folgende ist ganz sicher von solchem Kaliber.

Gesegnet mit Wochenende grüßt die ebenso Gesegneten, Satorius


Ich bin. Wir sind.

 

Das ist genug. Nun haben wir zu beginnen. In unsere Hände ist das Leben gegeben. Für sich selber ist es längst schon leer geworden. Es taumelt sinnlos hin und her, aber wir stehen fest, und so wollen wir ihm seine Faust und seine Ziele werden.

 

Ernst Bloch (1885 – 1977), Der Geist der Utopie: S. 11 (Absicht; 1918)