Monthly Archives: Dezember 2016

Extreme Egozentrik

I do my thing, I am I,

you do your thing, you are you.

I am not in this world to live up to your expactations,

neither are you to live up to mine.

I am I and you are you

and if by chance we find each other, it‘s beautiful,

if not, it can‘t be helped.

 

 

Ich tu, was ich tu, ich bin ich,

du tust, was du tust, du bist du.

Ich bin nicht auf dieser Welt, um nach deinen Erwartungen zu leben,

weder bist auf dieser Welt, um nach den meinen zu leben.

Ich bin ich und du bist du

und wenn wir uns zufällig finden, ist das wunderbar.

wenn nicht, dann eben nicht.

 

Friedrich Salomon „Fritz“ Perls (1893 – 1970), Gestalt-Therapie in Aktion – Das „Gestalt-Gebet“; S. 13 (1974; Übersetzung durch Satorius)

Du, wir müssen reden, über das Reden …

Was das heutige Leben auf dem Erdbal so gefährlich macht, ist das gigantische Auseinanderklaffen zwischen technologischem Vermögen und zwischenmenlichem Unvermögen. Es ist dringende geboten (wenn nicht schon zu spät) in der Fähigkeit zur Verständigung aufzuholen. Dieses Buch enthält Richtschilder [Satorius: Zwei der wichtigsten siehe unten] und Handwerkszeug für die zwischenmenschliche Kommunikation.

 

Friedemann Schulz von Thun (1944 – ), Miteinander reden 1 – Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation, Nachwort 1. (1981)


 

Friedemann Schulz von Thun (1944 – ), Das Verhaltenskreuz & Das Kommunikationsquadrat auf www.schulz-von-thun.de (Link zu Originaldatei)

Der alte Meister hält uns ’nen morbiden Monolog

Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage:
Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern
Des wütenden Geschicks erdulden oder,
Sich waffnend gegen eine See von Plagen,
Durch Widerstand sie enden? Sterben – schlafen –

 

Nichts weiter! Und zu wissen, daß ein Schlaf
Das Herzweh und die tausend Stöße endet,
Die unsers Fleisches Erbteil, ’s ist ein Ziel,
Aufs innigste zu wünschen. Sterben – schlafen –
Schlafen! Vielleicht auch träumen! Ja, da liegts:

 

Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen,
Wenn wir die irdische Verstrickung lösten,
Das zwingt uns stillzustehn. Das ist die Rücksicht,
Die Elend läßt zu hohen Jahren kommen.
Denn wer ertrüg der Zeiten Spott und Geißel,

 

Des Mächtigen Druck, des Stolzen Mißhandlungen,
Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub,
Den Übermut der Ämter und die Schmach,
Die Unwert schweigendem Verdienst erweist,
Wenn er sich selbst in Ruhstand setzen könnte

 

Mit einer Nadel bloß? Wer trüge Lasten
Und stöhnt‘ und schwitzte unter Lebensmüh?
Nur daß die Furcht vor etwas nach dem Tod,
Das unentdeckte Land, von des Bezirk
Kein Wandrer wiederkehrt, den Willen irrt,

 

Daß wir die Übel, die wir haben, lieber
Ertragen als zu unbekannten fliehn.
So macht Bewußtsein Feige aus uns allen;
Der angebornen Farbe der Entschließung
Wird des Gedankens Blässe angekränkelt;

 

Und Unternehmen, hochgezielt und wertvoll,
Durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt,
Verlieren so der Handlung Namen. – Still!
Die reizende Ophelia! – Nymphe, schließ
In dein Gebet all meine Sünden ein!

William Shakespeare (ca. 1564 – 1616), Hamlet, Prinz von Dänemark (Akt 3, Szene 1)


To be, or not to be, that is the question:
Whether ‚tis nobler in the mind to suffer
The slings and arrows of outrageous fortune,
Or to take arms against a sea of troubles,
And by opposing, end them? To die: to sleep;

 

No more; and by a sleep to say we end
The heart-ache and the thousand natural shocks
That flesh is heir to, ’tis a consummation
Devoutly to be wish’d. To die, to sleep;
To sleep: perchance to dream: ay, there’s the rub;

 

For in that sleep of death what dreams may come
When we have shuffled off this mortal coil,
Must give us pause: there’s the respect
That makes calamity of so long life;
For who would bear the whips and scorns of time,

 

The oppressor’s wrong, the proud man’s contumely,
The pangs of despised love, the law’s delay,
The insolence of office and the spurns
That patient merit of the unworthy takes,
When he himself might his quietus make

 

With a bare bodkin? who would fardels bear,
To grunt and sweat under a weary life,
But that the dread of something after death,
The undiscover’d country from whose bourn
No traveller returns, puzzles the will

 

And makes us rather bear those ills we have
Than fly to others that we know not of?
Thus conscience does make cowards of us all;
And thus the native hue of resolution
Is sicklied o’er with the pale cast of thought,

 

And enterprises of great pith and moment
With this regard their currents turn awry,
And lose the name of action. – Soft you now!
The fair Ophelia! Nymph, in thy orisons
Be all my sins remember’d.

William Shakespeare (ca. 1564 – 1616), The Tragedy of Hamlet, Prince of Denmark (Act III, Scene I; about 1601)

Liebeslyrik, die Stammhirn und Dränendrüsen kitzelt!

Ich atme dich ein
und nie wieder aus.
Schließ‘ dich in mein Herz.
Lass dich nicht mehr raus.

 

Ich trage dich bei mir
in meiner Brust.
Hätt‘ alle Wege verändert.
Hätt‘ ich sie vorher gewusst.

 

Jetzt steh ich am Ufer.
Die Flut unter mir.
Das Wasser zum Hals.
Warum bist du nicht hier.

 

Ich will dich einmal noch lieben
wie beim allerersten Mal.
Will dich einmal noch küssen
in deinen offenen Haaren.

 

Ich will einmal noch schlafen,
schlafen bei dir.
Dir einmal noch nah sein
bevor ich dich
für immer verlier‘.

 

Wer achtet auf mich jetzt,
dass ich mich nicht verlauf‘?
Und wenn ich jetzt falle,
wer fängt mich dann auf?

 

In all diesen Straßen
kenn‘ ich mich nicht mehr aus.
Da ist niemand mehr der wartet…
Der auf mich wartet…
Zuhaus‘

 

Ich will dich einmal noch lieben
wie beim allerersten Mal.
Will dich einmal noch küssen
in deinen offenen Haaren.

 

Ich will einmal noch schlafen,
schlafen bei dir.
Dir einmal noch nah sein
bevor ich dich
für immer verlier‘.
Für immer verlier‘.

 

Für immer, für immer, für immer, für immer, für immer
Für immer, für immer, für immer, für immer, verlier‘

 

Ich will einmal noch schlafen,
schlafen bei dir.
Dir einmal noch nah sein
bevor ich dich
für immer verlier‘.
Für immer verlier‘.

 

Philipp Poisel (1983 – ), Eiserner Steg (2011; What a man O.S.T.)